Schattengarten

“Wer Tr├Ąume verwirklichen will, muss wacher sein und tiefer tr├Ąumen als andere” (Karl Foerster)

Um Ihren Tr├Ąumen auf die Spur kommen, schauen Sie sich einfach Impressionen aus meinem “Traumgarten” an.
Oder Sie lassen sich von den Gartenbildern auf dieser Seite inspirieren.
Vielleicht wissen Sie dann schon genauer, wovon Sie tr├Ąumen!

Romantik auf Schotter

verspielte Anmut

Auch wenn nichts mehr davon zu sehen ist: dies ist ein Kiesbeet! Hier stehen Pflanzen, die sich im lockeren Erdreich zwischen warmen Steinen wohl f├╝hlen und innerhalb k├╝rzester Zeit eine bunte Decke ├╝ber den Boden weben. Vom Kies ist nach ein paar Jahren kaum mehr etwas zu entdecken - nur wirklich ganz gro├če Steinbrocken ragen noch aus dem Bl├╝tenmeer heraus.
Im durchl├Ąssigen und mageren Boden k├Ânnen sich auch Pionierpflanzen ansiedeln, dann kann - wenn
Sie es zulassen - eine stattliche Eselsdistel oder eine duftende Nachtkerze zwischen den Polstern auftauchen, wie hier im Bild links oben mit ihren Bl├Ąttern gerade noch zu erkennen.
Pionierpflanzen verschwinden wieder von alleine, wenn ihnen der Boden zu n├Ąhrstoffreich wird.
 

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Harmonische Vielfalt

stellt sich in einem naturnah gestalteten Garten von selbst ein, denn hier redet ÔÇ×Mutter Natur“ ein kreatives Wort mit. So viele Ideen, wie die Natur ├╝berm├╝tig aus einem F├╝llhorn in Ihrem Garten aussch├╝ttet, k├Ânnen Sie gar nicht haben!
Seien Sie einfach “perfekt nachl├Ąssig” und lassen Sie S├Ąmlinge dort stehen, wo sie nicht st├Âren, dann wird sich Ihr g├Ąrtnerisches Wollen mit dem seit vielen Millionen Jahren bew├Ąhrten “Wissen” der Natur auf harmonische Weise verbinden.
Es ist so einfach: Pflanzen d├╝rfen frei und unge- zwungen wachsen und sich entfalten, wie es ihrer Natur entspricht, werden also nicht k├╝nstlich in geometrische Formen zurecht gestutzt oder mit D├╝nger aufgeputscht, weil sie das auch gar nicht brauchen: sie haben sich selbst den besten Platz f├╝r ihr Gedeihen ausgesucht!

    "JÄTEN IST ZENSUR AN DER NATUR."
    (Oskar Kokoschka) 

filigrane_Vielfalt

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Der Staudengarten

ist ein “Garten f├╝r intelligente Faule”, wie uns der ber├╝hmte Gartenphilosph Karl Foerster lehrte.
Es gibt eine schier un├╝berschaubare Menge von Stauden f├╝r unterschiedlichste Standorte, die bei geringem Pflegeaufwand gedeihen und von Jahr zu Jahr sch├Âner und ├╝ppiger bl├╝hen.

Es gibt Zwerge wie Riesen unter ihnen, Dauerbl├╝her, Wucherer und solche, die brav an ihrem Platz bleiben. Die einen m├Âgen pralle Mittagssonne, die anderen bl├╝hen selbst im Schatten. Die einen stehen gerne am Wasser, die anderen lieber m├Âglichst trocken, Hauptsache der Boden ist durchl├Ąssig. Manche brauchen humosen Lehm, andere geben sich mit Sand zufrieden, ja sie gehen in n├Ąhrstoffreichem Boden sogar ein. Manche brauchen Kalk, andere vertragen ihn nicht. Und vielen ist das alles v├Âllig egal, sie bl├╝hen einfach dort, wo man sie hin pflanzt

Im 19. Jahrhundert gestaltete Gertrude Jekyll, eine gelernten Malerin, wundersch├Âne Farbkompositionen mit Str├Ąuchern und Prachtstauden, so genannte “Mixed Borders”.

Ich habe Strauchrosen mit der zarten Anmut von gen├╝gsamen Wildstauden kombiniert. Sie nehmen der Rose kaum etwas weg an Licht, Wasser und N├Ąhrstoffen, was der Rose sehr behagt. Und wenn sie meinen Rosen zu sehr auf den Pelz r├╝cken, sind sie leicht und schnell entfernt.

lebendiger Rhythmus

Rosige Pracht

entfaltet sich im Garten ab Ende Mai f├╝r ein ganzes Jahr, die kr├Ąftigen “Wilden” beginnen das Rosenjahr, danach erf├╝llen die Bl├╝ten der “alten” Historischen den Garten mit ihrem unnachahmlichen Duft.

Alle w├╝chsigen Strauchrosen, also nicht nur Kletter- oder Ramblerrosen, k├Ânnen klettern, indem sie sich mit ihren Stacheln verhaken, und alles durchwachsen, was
sie finden k├Ânnen. Auch andere Str├Ąucher sind eine willkommene Begleitung und St├╝tze. Bei mir hat sich die Rose Maria Liesa durch die benachbarte Forsythie nach oben gek├Ąmpft und l├Ą├čt ihre meterlangen Bl├╝tentriebe wie Girlanden nach unten h├Ąngen. So bl├╝ht die Forsythie gleich zwei mal - und im Herbst schm├╝ckt die Rose mit tausenden orangeroter Hagebutten, eine eiserne Notration f├╝r V├Âgel, die den Winter ├╝ber bei uns bleiben.

Strauchrosen lassen sich auch gern selbst durchdringen, wenn sie erwachsen und gro├č genug sind f├╝r die Eroberung durch Clematis und Gei├čblatt oder Kletterer wie einj├Ąhrige Wicken.

Im oberen Bild sehen Sie Fritz Nobis und Gipsy Boy im Pfeifenstrauch unseres Nachbarn, unten bl├╝ht die Bodendecker-Rose “Rote Max Graf” gleichzeitig mit einer alten, leider namenlosen Historischen und einem Blumenhartriegel. Einige ihrer meterlangen Triebe wurden an einer einfachen Pergola aufgeleitet und bedecken nun in 3 m H├Âhe den “Boden” vor unserem Balkon mit einem Bl├╝tenmeer.         

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Romantik
Rote Max Graf Juni 08

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04170032

die wilden Fr├╝hchen

Wildtulpen wirken so zart und sind doch besonders robust! Vorausgesetzt, man entfernt ihre Bl├Ątter nach der Bl├╝te erst dann, wenn sie gelb sind und sich leicht aus dem Boden ziehen lassen. Erst dann haben Schneegl├Âckchen, Krokus, Tulpe, Hyazinthe und Narzisse gen├╝gend Kraftreserven in ihren Zwiebeln gespeichert.
Als Pflanzen mit unterirdischen Speicherorganen m├╝ssen sie ihre Bl├Ątter f├╝r die Photosynthese voll entwickeln und die N├Ąhrstoffe in die Zwiebeln einziehen k├Ânnen, der G├Ąrtner muss ertragen, dass ihre Bl├Ątter erst dann entfernt werden d├╝rfen, wenn sie unansehnlich geworden sind.
Mitten in einen Rasen gesetzt, der st├Ąndig gem├Ąht wird, k├Ânnen sie folglich weder dauerhaft bl├╝hen noch sich vermehren
.

K├Ânigin mit Hofstaat

Wer von einem Rosengarten tr├Ąumt, und damit meine ich weder fl├Ąchig bepflanzte Rosenbeete wie in ├Âffentlichen Anlagen noch Rosarien, sollte auch ├╝ber einen Hofstaat f├╝r seine K├Âniginnen nachdenken.

Die Rose braucht ein passendes “Davor” und gro├če Strauchrosen auch ein ”Darunter”, denn k├Âniglich an der Rose ist nur ihre Bl├╝te. Zwar sind ihre Bl├Ątter in den ersten Wochen des Austriebs manchmal wundersch├Ân gef├Ąrbt, aber im Sommer werden sie h├Ąufig von Rosenrost gesch├Ądigt und fallen dann meist ab.

Dann steht die K├Ânigin ohne Rock und Hose mit staksigen Stachel-Beinen da - ein so gar nicht “k├Âniglicher” Anblick

Auch wenn in Lehrb├╝chern steht, dass die Rose keine Konkurrenz vertr├Ągt und der Boden um sie herum st├Ąndig frei bleiben muss, kann ich das nicht best├Ątigen. Es trifft nur f├╝r solche Rosen zu, die von Pflanzen mit dichtem Wurzelgeflecht zu wie z.B. Astern bedr├Ąngt werden. R├╝ben├Ąhnliche Wurzeln wie die der Malven oder der Akelei st├Âren die feine Dame nicht. Und Einj├Ąhrige oder Flachwurzler wie wilder Origanum oder die Braunelle schon gar nicht, sie reichen nie so tief wie die Wurzeln der Rosen und machen ihr deshalb auch keine Probleme.

JE SCH├ľNER EIN GARTEN, DESTO MEHR SCH├ľNE PL├äTZE F├ťR ROSEN ERGEBEN SICH VON SELBST┬ź
(Karl Foerster)

               

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Deep Impresion und Mutterkraut
Super excelsa und Ziest

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geheimnisvole Grazien

Exzentrische Eleganz

erh├Ąlt durch ein paar dienstbare Geister ihren verwunschenen Auftritt.

Diese Aufnahme entstand nachts, als das Licht einer Lampe die zauberhaft filigrane Silhouette dieser Distel und die fantastische Zeichnung ihrer Bl├Ątter zur vollen Entfaltung brachte.

Die Auff├Ąlligkeit mancher Pflanzen wird oft erst durch die Einfachheit “unscheinbarer” Nachbarn so richtig in Szene gesetzt.

Wie heisst es noch? Bescheidenheit ist eine Zier, hier inszenieren “bescheidene” Farbtupfer gekonnt die Exzentrik einer extravaganten Sch├Ânheit. Wobei diese Distel wie ├╝brigens alle anderen auch v├Âllig anspruchslos ist und lieber ungest├Ârt w├Ąchst..

kontrollierter Wildwuchs

Zuerst stand da der Crataegus, ein eher unauf- f├Ąlliger Strauch mit sch├Ânem Blattwerk, von mir gedacht als schmeichelndes “Beinkleid” f├╝r die wirr durcheinander wachsende und unten meist kahle Hechtrose und die lang- und d├╝nnbeinige historische Rosa Versicolor, die auf der oberen Etage steht und gern mal ausgiebig umf├Ąllt.

Dann tauchte unten am “Stra├čenrand” unserer Auffahrt in Sand und Kies ein Fingerhut-S├Ąmling
auf, der “nat├╝rlich” stehen bleiben durfte.

Ein Jahr sp├Ąter bl├╝hte der einsame Fingerhut, aufrecht in majest├Ątischer Pose, w├Ąhrend ihr der Strauch inzwischen seine langen Triebe malerisch zu F├╝├čen gegossen hat.

Welchem Garten-Designer w├Ąre das schon in dieser Weise eingefallen - ein ausladend kriechender, wei├č bl├╝hender Strauch als schmeichelnder Hintergrund f├╝r den Soloauftritt einer Wilden?

Und wer h├Ątte gewusst, dass sie hier an diesem Standort unter den gegebenen Boden-, Licht und N├Ąhrstoffverh├Ąltnissen gleichzeitig bl├╝hen?

Ein Schnitt, ein Stich, weg mit dem ÔÇ×Unkraut“, und das malerische Ensemble w├Ąre nie zustande gekommen!

Schade, oder?

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die stolze Wilde

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Pfingstrose_mit_Hofstaat

Pralle ├ťppigkeit

ist hier in Bayern nur noch selten in alten Bauerng├Ąrten zu bewundern. In Zeiten minimalistisch durchgestylter Aussen-Anlagen - f├╝r mich f├Ąlschlich als “G├Ąrten” tituliert - geh├Ârt die ├╝berflie├čend barocke Pracht alter, pr├Ąchtiger Bauern-Pfingstrosen wohl nicht mehr ins Bild!

Vielleicht, weil sie sich nicht rechtwinklig und geradlinig schn├Ârkellos hin stilisieren lassen?
Oder weil sie nicht sofort bl├╝hen, sondern Zeit
zum Wachsen und Werden brauchen?

Das bunte, scheinbare Durcheinander von Farben und Formen, fr├Âhliches Duften und Bl├╝hen in den Beeten, passt es wirklich nicht mehr in unsere heutige Zeit? Auch Pfingstrosen sind K├Âniginnen - f├╝r mich jedenfalls.

Schattenspiele

Bunt geht es auch ohne Bl├╝ten zu, sogar im Schatten unter B├Ąumen. Und dazu braucht es nicht einmal Bl├╝ten, denn Gr├╝n ist nicht gleich Gr├╝n und jedes Blatt ist anders!

Das “Rezept” : man mischt Pflanzen unterschiedlicher Blattsruktur und -farbe und schon leuchtet es lebendig aus dem Schatten. Hier w├Ąchst unter einer Kirsche ein gelblaubiges Gras mit Labradorveilchen, Bachbungen-Ehrenpreis und einem spontan dazu gepflanzten Sommergast, der den Winter nicht ├╝berleben wird. Im n├Ąchsten Jahr f├╝lle ich die L├╝cke vielleicht mit gelbem Waldmohn oder G├Ąnsebl├╝mchen, mal schauen...

Auf Farbe braucht man in schattigen Bereichen des Gartens allerdings auch nicht zu verzichten: auf humosem, sauren Boden verwandeln die pr├Ąchtigen Bl├╝ten von Rhododendren und Azaleen im Mai und Juni das Schattengr├╝n in eine bunte M├Ąrchenlandschaft.

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Schatten1

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ein_anmutiges_Paar

Der Klassiker - Clematis und Rosen

├╝ber dieses Thema sind schon Wagenladungen voll B├╝cher geschrieben worden, und das nicht ohne Grund! Hier umarmen sich zwei K├Âniginnen, jede f├╝r sich allein w├Ąre schon ein echter “Hingucker”, aber als Paar sind sie unschlagbar.

Allerdings wollen die beiden Herrschaften umsorgt werden, wenn sie gemeinsam gedeihen sollen: beide haben einen gepflegten Appetit auf N├Ąhrstoffe und Sonne und durstig sind sie auch noch obendrein.

Der j├Ąhrliche R├╝ckschnitt geht nie ohne Kratzer ab, ob mit oder ohne Handschuhe, aber wenn die beiden dann im Sommer ihre ganze Pracht entfalten, werde ich f├╝r meine M├╝he f├╝rstlich entlohnt.

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Ich bl├╝he vor Freude, weil ich nichts anderes kann"

sagte die Rose

und strahlte ihren Duft

in die W├Ąrme des Sommers

© dru 26.12.2004